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05.04.2018

G-BA: Vierfach-Grippeimpfstoff für Saison 2018/19 verbindlich

In einer Pressemitteilung vom 5.4.2018 teilte der Gemeinsame Bundesausschuss mit, dass in der kommenden Grippesaison die gesetzlichen Krankenkassen bei allen Versicherten, denen eine jährliche Influenzaimpfung empfohlen wird, die für die Kosten des Vierfachimpfstoffs aufkommen. Näheres kann der Schutzimpfungsrichtlinie entnommen werden.

Der Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-04-05 13:15:48

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05.04.2018

Sicherheitsinformation über undichte Spritzen bei diversen GSK-Impfstoffen

Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlichte am 4. April 2018 eine Sicherheitsinformation des Herstellers GlaxoSmithKline zu undichten Spritzen bei den Impfstoffen

Boostrix,
Boostrix Polio,
Encepur Erwachsene,
Encepur Kinder,
Engerix-B Erwachsene,
Engerix-B Kinder,
Fendrix,
Havrix 1440,
Havrix 720 Kinder,
Infanrix,
Infanrix IPV+Hib,
Infanrix hexa,
Tetanol pur,
Twinrix Erwachsene und
Twinrix Kinder.

Die Häufigkeit undichter Impfspritzen wird - soweit bekannt - mit etwa 2 bis 10 pro 100.000 vertriebenen Impfstoffdosen angegeben.

Es kann dadurch zu einer Unterdosierung kommen, der Impfschutz ist je nach Impfstoff möglicherweise gefährdet. Die Information gibt Handlungshinweise für Impfärzte. Unter anderem wird dazu aufgerufen, auf solche Produktfehler verstärkt zu achten und diese zu melden.

Fehlerhafte Spritzen werden voraussichtlich bis Ende 2019 auf dem Markt sein. Seit Januar 2018 seien verbesserte Spritzen bei der Herstellung eingeführt. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-04-05 09:54:16

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05.04.2018

Totimpfstoff gegen Herpes zoster zugelassen

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat am 28. März den adjuvantierten, inaktivierten Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix (GSK) zugelassen.
Ausführliche Informationen siehe den EPAR und den Übersichtsartikel im Impfbrief vom 01.02.2018.
(HTR)

Letzte Änderung: 2018-04-05 09:47:21

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19.03.2018

Stiftung Warentest aktualisiert Impfseiten

Seit 2012 kommentiert die Stiftung Warentest die STIKO-Empfehlungen bzw. setzt ihnen eigene entgegen. Am 15. März 2018 ist das "Themenpaket Impfen" aktualisiert worden. (HTR)

FAQ Impfen: Schluss mit den Impf-Mythen!
Methodik der Stiftung Warentest
Methodik der STIKO

Kommentar

Die Stiftung Warentest genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung. Insofern ist zu begrüßen, dass im Artikel weder die Sicherheit noch die Wirksamkeit von Impfstoffen grundsätzlich in Frage gestellt werden, sondern gängige Impfmythen entkräftet. Dennoch erscheint es aus fachlicher Sicht zumindest "sportlich", mit 5 Fachleuten die Sachlage ebenso umfassend beurteilen zu wollen wie die 18 Fachleute plus zuarbeitenden Gästen (z.B. diversen Fachgesellschaften), die in der STIKO tätig sind. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-03-19 08:37:58

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27.02.2018

Kongress des öffentlichen Gesundheitsdienstes öffnet sich weiteren Berufsgruppen

Der 68. Wissenschaftliche Kongress des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) sowie des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) findet dieses Jahr vom 26. bis 28. April 2018 in Osnabrück statt.

Der Öffentlichen Gesundheitsdienst arbeitet in einem Netzwerk von multiprofessionellen Teams. Der diesjährige Kongress wird deshalb nicht nur traditionell zusammen mit der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin e.V. (GHUP) durchgeführt, sondern er wird im Themenbereich „StadtGesundheit“ auch für andere Berufsgruppen wie Hygieneinspektoren/innen, Sozialmedizinische Assistentinnen und medizinische Fachangestellte geöffnet.

Zu Impfthemen wird am Freitag und am Samstag referiert.



(HTR)

Letzte Änderung: 2018-02-27 10:43:01

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12.02.2018

Wie Fake News reduzieren?

Europäische Kommission befragt Multiplikatoren bis 23.2.2018

Wie reduziert man Fake News wirksam? Eine Frage, die im Rahmen der Impfaufklärung ein großes Thema ist. Jetzt will die EU aktiv werden. Dafür benötigt sie das Wissen der Betroffenen: Im Spannungsfeld zwischen freier Meinungsäußerung und gezielter Einflußnahme durch Social media bots befragt die Europäische Kommission Medienkonzerne, private und öffentliche Websites, Organisationen und Journalisten zu Auswirkungen und möglichen Gegenmaßnahmen.

Wirken Sie mit! Es dauert etwa eine halbe Stunde, den Fragebogen sorgfältig auszufüllen:

https://ec.europa.eu/info/consultations/public-consultation-fake-news-and-online-disinformation_en

(HTR)

Letzte Änderung: 2018-02-12 12:10:21

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09.02.2018

RKI: Effektivität des Influenzaimpfstoffs 2017/18

Im gestern erschienenen Epi Bull 6/2018 veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) erste Ergebnisse zur Wirksamkeit der Influenzaimpfstoffe in der Saison 2017/18. Datengrundlage ist eine bundesweite Test-
negative Fall-Kontroll-Studie, in die 1.391 Patienten mit influenza-like-illness (ILI) aus 131 AGI-Sentinelpraxen eingingen. Ihr Erkrankungsbeginn lag zwischen der Kalenderwoche 40/2017 und 6/2018. Davon litten 431 ILI-Patienten (31%) an einer labordiagnostisch gesicherte Influenzainfektion („Fälle“). Bei 960 ILI-Patienten (69%; Kontrollen) war der Labortest negativ. Aufgrund der geringen Zahlen von geimpften Personen in der Studienpopulation sei die Interpretation der Ergebnisse eingeschränkt, so das RKI.

6% der Fälle und 11% der Kontrollen waren geimpft. Das resultiert im multivariablen adjustierten Modell in einer Effektivität des Impfstoffs gegen laborbestätigte Influenza von 46% (95%-Konfidenzintervall: 8% bis 68%) für alle Altersgruppen.

Influenza-B-Viren sind mit 74% die am häufigsten identifizierten Influenzaviren der Saison. Es handelt sich zu 98% um die Yamagata-Linie, die nur im quadrivalenten Impfstoff enthalten ist. An zweiter Stelle stehen Influenza-A(H1N1)pdm09-Viren (22%) und Influenza A(H3N2)-Viren (4%) (Wochenbericht der AGI KW5). Es wird diskutiert, ob zwischen der Impfstoffkomponente der Influenza B/Victoria-Linie und den zirkulierenden Influenza B-Viren aus der Yamagata-Linie eine Kreuzprotektivität besteht. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-02-09 09:24:05

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31.01.2018

Europäische Zulassung für Shingrix in Sicht

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) hat am 25. Januar 2018 ein positives Gutachten (Positive Opinion) für einen neuen Impfstoff gegen Herpes zoster und postherpetische Neuralgie abgegeben (Shingrix; GSK). Die Zulassung gilt für Personen ab 50 Jahren. Die eigentliche Zulassung erteilt die Europäische Kommission etwa innerhalb der kommenden zwei bis drei Monate. Zum Zulassungsverfahren siehe Impfbrief Februar 2009.

Das US-amerikanische Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP), hat am 26. Januar 2018 immunkompetenten Personen ab 50 Jahren zwei Dosen Shingrix im Abstand von 2 bis 6 Monaten empfohlen. Der Impfstoff soll bevorzugt eingesetzt werden und auch Personen angeboten werden, die bereits mit Zoster-Lebendimpfstoff geimpft wurden. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-01-31 09:31:27

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30.11.2017

STIKO: Quadrivalente Influenzaimpfstoffe ab Saison 2018/19 empfohlen

In einer Vorabinformation hat die Ständige Impfkommission jetzt bekannt gegeben, dass sie ihre Influenza-Impf­emp­fehlung präzisieren wird und zukünftig für die Impfung gegen saisonale Influenza einen quadri­valenten Influenza­impfstoff (QIV) mit aktueller, von der WHO (Welt­gesundheits­organi­sation) empfoh­lener Antigen­kombination, empfehlen wird.

Diese neue STIKO-Empfehlung wird zusammen mit der dazu­gehörigen wissen­schaft­lichen Begründung im Epi­demiologischen Bulletin 02/2018 veröffentlicht. Wie immer in solchen Fällen hat der Gemeinsame Bundes­ausschuss (G-BA) dann 3 Monaten Zeit, um über deren Inkraft­treten  - und somit auch über die Kostenerstattung durch die Krankenkassen - zu entscheiden.

Wenn der G-BA die STIKO-Empfehlung in dieSchutzimpfungs-Richtlinie übernimmt, wird ab der Saison 2018/19 mit QIV gegen Grippe geimpft – TIV sind dann nicht mehr State of the Art und dürfen dann von den Krankenkassen nicht mehr erstattet werden. Kommt eine Entscheidung des G-BA nicht innerhalb von 3 Monaten nach Veröffentlichung der Empfehlungen der STIKO zustande, dürfen die von der STIKO neu empfohlenen Schutzimpfungen solange zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden, bis die Richtlinie vorliegt. (HTR)

Letzte Änderung: 2017-11-30 12:21:46

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28.11.2017

Wie krank macht Aluminium wirklich?

Aluminiumsalze in Impfstoffen geben immer wieder Anlass zur Diskussion, insbesondere von impfskeptischer Seite. In einer aktuellen Untersuchung haben Klotz et al. (Arztebl Int 2017; 114: 653–9)  das Erkrankungsrisiko durch Aluminiumexposition neu bewertet. Im Fokus standen die Neurotoxizität sowie das Erkrankungsrisiko für Morbus Alzheimer und Brustkrebs.

Ein Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Aluminium konnte nicht nachgewiesen werden. Jedoch treten neurotoxische Schäden tatsächlich bei weitaus geringeren Plasmakonzentrationen von Aluminium ein als bislang angenommen. Der Eintrag durch Impfstoffe liegt jedoch noch wesentlich unter diesem Wert. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beginnt neue Forschungen zu diesen Fragen.

Wie viel Aluminium in den menschlichen Körper aufgenommen wird, hängt stark von der Eintrittspforte ab. Klotz et al. legten daher als einheitlichen Gradmesser für die Exposition nicht die Menge aufgenommenen Aluminiums, sondern die Aluminiumgehalte im Urin beziehungsweise im Blut zugrunde. Die Hintergrundbelastung der Allgemeinbevölkerung beträgt laut den vorläufigen Referenzwerten des Umweltbundesamtes <5 µg Aluminium pro Liter Serum und <15 µg/L Urin. Vor allem die berufliche Exposition, beispielsweise durch Aluminiumdämpfe beim Schweißen, führt zu Grenzwert überschreitenden, hohen Belastungen in Blut und Urin. Es resultieren Plasmakonzentrationen von 10-14 µg/L. In früheren Untersuchungen bei Dialysepatienten wurde eine Toxizitätsschwelle von circa 50 µg/L im Plasma angenommen. Allerdings zeigten Aluminiumschweißer in Längsschnittstudien über einen Zeitraum von 5 Jahren bereits erste subklinische psychologische Veränderungen bei medianen Aluminiumkonzentrationen am Schichtende von 13 µg/L im Plasma, erläuterten die Autoren.

Bei einmaliger Applikation eines in Europa zugelassenen Impfstoffes wird eine Aluminiumdosis von 0,1–0,8 mg aufgenommen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit September 2015 eine ausführlicher Sicherheitsbewertung von Aluminium in Impfstoffen veröffentlicht. Es kam zu dem Schluss, dass „kumulative Vergleichsberechnungen zeigen, dass die systemische Exposition durch die in Deutschland empfohlenen aluminiumhaltigen Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren im Bereich der tolerierbaren Aufnahme durch die Nahrung liegt. Der Beitrag von Impfungen zur geschätzten lebenslangen Nettoakkumulation von Aluminium im Organismus ist im Vergleich zur kontinuierlichen Aufnahme von Aluminium aus anderen Quellen gering und vor dem Hintergrund des Nutzens der Impfungen als vertretbar einzustufen.“

Trotz dieser Einschätzung wird das PEI ein physiologiebasiertes Toxikokinetikmodell (PBTK-Modell) für die Beschreibung der Aluminiumexposition aus schwerlöslichen Aluminiumadjuvanzien beim Menschen entwickeln (Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 3/2017). Ein solches Modell soll das PEI in Zukunft bei der kontinuierlichen Beurteilung der Sicherheit Aluminium-adjuvantierter Arzneimittel inklusive Impfstoffen unterstützen. Die Ergebnisse aus den laufenden experimentellen Untersuchungen sowie der Modellentwicklung sind bis Mitte 2018 zu erwarten. (CF)

Letzte Änderung: 2017-11-28 12:29:08