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31.07.2018

Aktuelle Daten zur Hepatitis B in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat im Epidemiologischen Bulletin 30/18 eine ausführliche Analyse zur aktuellen Epidemiologie der Hepatitis B und D in Deutschland veröffentlicht. Besondere Berücksichtigung fanden dabei Infektionen bei Asylsuchenden.

Hoch interessant sind auch Untersuchungen archäologischer HBV-Funde und die phylogentische Bedeutung eines HBV, das neuerdings in Kapuzineraffen nachgewiesen wurde. Moderne Hepatitis-B-Viren sind wahrscheinlich von Primaten auf den Menschen übergegangen. Verschiedene HBV-Genotypen hatten früher eine geografisch andere Verteilung, einige sind inzwischen ausgestorben. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-07-31 13:57:57

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29.06.2018

Quadrivalenter Influenzaimpfstoff jetzt in Schutzimpfungsrichtlinie

Für alle Indikationsgruppen, die gegen Influenza geimpft werdren sollten, werden ab sofort die Kosten eines quadrivalenten Influenzaimpfstoffs übernommen. Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat jetzt die STIKO-Empfehlung vom 11. Januar 2018 dazu übernommen. Die Änderungen der Richtlinie sind durch die gestrige Veröffentlichung im Bundesanzeiger heute in Kraft getreten.

Demgegenüber bleiben die Änderungen in den STIKO-Empfehlungen vom Sommer 2017 weiterhin außer Kraft. Anlass sind unterschiedliche Auffassungen des Bundesgesundheitsministeriums und des G-BA  , insbesondere zur Kostenübernahme der Impfung von Ehrenamtlern.

(HTR)



Letzte Änderung: 2018-06-29 10:14:46

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28.06.2018

HPV-Impfung für Jungen heute empfohlen

Die Ständige Impfkommission hat die HPV-Impfung für Jungen früher als angekündigt offiziell empfohlen. Empfehlung und Begründung wurden bereits heute im Epidemiologischen Bulletin 26/2018 veröffentlicht.

Im Wortlaut: "Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen HPV für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Eine Immunisierung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Wie bei der HPV-Impfung für Mädchen sind im Alter von 9 bis 14 Jahren zwei Impfungen im Abstand von mindestens 5 Monaten notwendig. Wenn die erste HPV-Impfung im Alter von 15 Jahren oder älter verabreicht wird, sind insgesamt drei Impfungen notwendig. Eine Nachholimpfung sollte bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen. Das Impfziel der HPV-Impfung von Mädchen und Jungen ist die Reduktion der Krankheitslast durch HPV-assoziierte Tumoren." (HTR)

Letzte Änderung: 2018-06-28 12:04:39

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27.06.2018

Impfpolio zirkuliert in Papua-Neuguinea

Am 22. Juni ist von Seiten der Weltgesundheitsorganisation offiziell bestätigt worden, dass in Papua-Neuguinea mutierter Polioimpfviren vom Typ1 zirkulieren (so genannte cVDPV - circulating vaccine-derived polioviruses).

Am 21. Mai diesen Jahres war bei einem sechsjährigen Jungen aus der Provinz Morobe mit schlaffer Lähmung mit cVDPV Typ1 diagnostiziert worden. Danach wurde das Virus am 22. Juni 2018 bei zwei weiteren Kindern vor Ort nachgewiesen, die nicht zusammen mit dem Indexfall in einem Haushalt leben. Aktuell wird mit verstärkter Überwachungs- und Impfaktivität versucht, den Ausbruch wieder einzudämmen.

Der letzte Poliofall war 1996 in Papua-Neuguinea registriert worden, im Jahr 2000 wurde das Land für poliofrei erklärt. Nach Angaben der WHO haben in der betroffenen Provinz Morobe nur 61% der Kinder die empfohlenen drei Impfdosen erhalten.

Ausstieg aus OPV seit 2015

Seit 2015 betreibt die „Global Polio Eradication Initative (GPEI)“ den Umstieg von oralem Lebendimpfstoff gegen Polio auf - teureren - inaktivierten Impfstoff, um solche Ausbrüche zu vermeiden (Impfbrief 31. Januar 2016).

Weltweit waren 2018 nur noch in Nigeria und Somalia Impfpoliomyelitiden registriert worden, jeweils der Typen 2 und 3 (siehe Tabelle Stand 19. Juni 2018). (HTR)

Letzte Änderung: 2018-06-27 15:16:05

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13.06.2018

STIKO wird HPV-Impfung für Jungen empfehlen

Wie die Ständige Impfkommission in einer Vorabinformation am 7. Juni bekannt gab, wird sie bei der jährlichen Aktualisierung der Impfempfehlungen die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfehlen. Eine Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren empfohlen. Die HPV-Impfempfehlung für Mädchen bleibt unverändert. Die Empfehlung gilt erst ab Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 34/2018. Bis die Kostenübernahme offiziell geregelt ist, dauert es erfahrungsgemäß noch mehrere Monate.

Einige Krankenkassen übernehmen schon jetzt in Sonderfällen oder generell die Kosten der Jungen-Impfung. So gab die DAK jetzt in einer Pressemeldung bekannt , dass sie ab 1. Juli 2018 die Kosten der Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für Jungen übernimmt. Die Kostenübernahme soll für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren gelten und bis zum vollendeten 18. Lebensjahr auch die Kosten für Nachholimpfungen abdecken.

(HTR)

Letzte Änderung: 2018-06-16 10:27:02

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05.04.2018

G-BA: Vierfach-Grippeimpfstoff für Saison 2018/19 verbindlich

In einer Pressemitteilung vom 5.4.2018 teilte der Gemeinsame Bundesausschuss mit, dass in der kommenden Grippesaison die gesetzlichen Krankenkassen bei allen Versicherten, denen eine jährliche Influenzaimpfung empfohlen wird, die für die Kosten des Vierfachimpfstoffs aufkommen. Näheres kann der Schutzimpfungsrichtlinie entnommen werden.

Der Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-04-05 13:15:48

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05.04.2018

Sicherheitsinformation über undichte Spritzen bei diversen GSK-Impfstoffen

Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlichte am 4. April 2018 eine Sicherheitsinformation des Herstellers GlaxoSmithKline zu undichten Spritzen bei den Impfstoffen

Boostrix,
Boostrix Polio,
Encepur Erwachsene,
Encepur Kinder,
Engerix-B Erwachsene,
Engerix-B Kinder,
Fendrix,
Havrix 1440,
Havrix 720 Kinder,
Infanrix,
Infanrix IPV+Hib,
Infanrix hexa,
Tetanol pur,
Twinrix Erwachsene und
Twinrix Kinder.

Die Häufigkeit undichter Impfspritzen wird - soweit bekannt - mit etwa 2 bis 10 pro 100.000 vertriebenen Impfstoffdosen angegeben.

Es kann dadurch zu einer Unterdosierung kommen, der Impfschutz ist je nach Impfstoff möglicherweise gefährdet. Die Information gibt Handlungshinweise für Impfärzte. Unter anderem wird dazu aufgerufen, auf solche Produktfehler verstärkt zu achten und diese zu melden.

Fehlerhafte Spritzen werden voraussichtlich bis Ende 2019 auf dem Markt sein. Seit Januar 2018 seien verbesserte Spritzen bei der Herstellung eingeführt. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-04-05 09:54:16

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05.04.2018

Totimpfstoff gegen Herpes zoster zugelassen

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat am 28. März den adjuvantierten, inaktivierten Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix (GSK) zugelassen.
Ausführliche Informationen siehe den EPAR und den Übersichtsartikel im Impfbrief vom 01.02.2018.
(HTR)

Letzte Änderung: 2018-04-05 09:47:21

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19.03.2018

Stiftung Warentest aktualisiert Impfseiten

Seit 2012 kommentiert die Stiftung Warentest die STIKO-Empfehlungen bzw. setzt ihnen eigene entgegen. Am 15. März 2018 ist das "Themenpaket Impfen" aktualisiert worden. (HTR)

FAQ Impfen: Schluss mit den Impf-Mythen!
Methodik der Stiftung Warentest
Methodik der STIKO

Kommentar

Die Stiftung Warentest genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung. Insofern ist zu begrüßen, dass im Artikel weder die Sicherheit noch die Wirksamkeit von Impfstoffen grundsätzlich in Frage gestellt werden, sondern gängige Impfmythen entkräftet. Dennoch erscheint es aus fachlicher Sicht zumindest "sportlich", mit 5 Fachleuten die Sachlage ebenso umfassend beurteilen zu wollen wie die 18 Fachleute plus zuarbeitenden Gästen (z.B. diversen Fachgesellschaften), die in der STIKO tätig sind. (HTR)

Letzte Änderung: 2018-03-19 08:37:58

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27.02.2018

Kongress des öffentlichen Gesundheitsdienstes öffnet sich weiteren Berufsgruppen

Der 68. Wissenschaftliche Kongress des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) sowie des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) findet dieses Jahr vom 26. bis 28. April 2018 in Osnabrück statt.

Der Öffentlichen Gesundheitsdienst arbeitet in einem Netzwerk von multiprofessionellen Teams. Der diesjährige Kongress wird deshalb nicht nur traditionell zusammen mit der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin e.V. (GHUP) durchgeführt, sondern er wird im Themenbereich „StadtGesundheit“ auch für andere Berufsgruppen wie Hygieneinspektoren/innen, Sozialmedizinische Assistentinnen und medizinische Fachangestellte geöffnet.

Zu Impfthemen wird am Freitag und am Samstag referiert.



(HTR)

Letzte Änderung: 2018-02-27 10:43:01