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20.02.2017

Masern-Postexpositionsprophylaxe: Anwendungshinweise der STIKO

Mit einem Flussdiagramm zum Vorgehen nach Masernkontakt und detaillierten Erläuterungen stellt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Masern-Postexpositionsprophylaxe zur Verfügung. Risikogruppen wie Schwangere, Immunsupprimierte und Säuglinge im Alter von unter 9 Monaten werden gesondert betrachtet.
Bemerkenswert ist die Aussage, dass in Immunglobulinen heutzutage mit einem geringeren Gehalt an Masernantikörpern gerechnet werden muss als in der Vorimpfära. Daraus resultiert ein Richtwert von 400mg/kg Körpergewicht. Das zu verabreichende Volumen kann groß sein. Weitere Informationen: Epi Bull 2/2017   (HTR)

Letzte Änderung: 2017-02-20 11:59:38

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20.02.2017

Schweiz führt Pertussisimpfung für Schwangere ein

Schwangeren in der Schweiz wird jetzt eine Impfdosis Tdap empfohlen, bevorzugt im 2. Trimester (13.–26. SSW) - und zwar unabhängig vom Zeitpunkt etwaiger Vorimpfungen gegen Pertussis.

Ziel ist, Neugeborene via mütterliche Antikörper besserer zu schützen. Außerdem wird allen Jugendlichen und Erwachsenen (z.B. ältere Geschwister, Großeltern, medizinisches Personal) mit regelmäßigem engem Kontakt zu Säuglingen im Alter unter 6 Monaten alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung gegen Pertussis empfohlen.

Die Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen - der schweizerischen Entsprechung der STIKO - werden turnusmäßig zu Jahresbeginn überarbeitet.

Am 11. Januar 2017 hat der schweizerische Bundesrat zudem eine nationale Strategie zu Impfungen (NSI) verabschiedet. In der offiziellen Verlautbarung dazu wird erläutert, dass die NSI Teil der Strategie «Gesundheit 2020» des Bundesrates sei. Sie sehe eine Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und anderen Akteuren vor und werde unter anderem mit der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) koordiniert. Der Plan zur Umsetzung der verschiedenen Massnahmen der NSI werde 2017 erstellt. (HTR)

Letzte Änderung: 2017-02-20 12:02:04

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10.03.2017

54 Lehrer: Schulfrei wegen mangelndem Masernschutz

"Anschauungsunterricht" zu Masernschutz in Höchst
 
Wie das Höchster Kreisblatt gestern berichtete, sind am Tag zuvor 54 von 123 Lehrer der Main-Taunus-Schule vorläufig nach Hause geschickt worden, da ihr Impfschutz gegen Masern entweder unzureichend oder unklar war. Gleiches galt für 147 von 1.517 Schülern sowie weiteres Personal. Anlass, die Impfpässe zu überprüfen, war eine an Masern erkrankte Unterstufenschülerin. Für den Schulbetrieb kommt jetzt erschwerend hinzu, dass ab 16. März die Abiturarbeiten geschrieben werden.
 
Das Beispiel verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass auch Erwachsene (Lehrer!), die nach 1970 geboren wurden, ihren Impfschutz prüfen lassen. (HTR)
 
Weiterführende Links:
http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Masernfaelle-an-Hoechster-Schule;art675,2442034
https://www.mtk.org/Rund-150-Schuler-und-50-Lehrer-heimgeschickt-4916.htm

Update 10.3.2017: 50 Lehrer und 92 Schüler müssen tatsächlich zu Hause bleiben, 10. Klassen haben eine Woche schulfrei.

Letzte Änderung: 2017-03-10 09:10:04

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21.03.2017

Aus für Rabattverträge

Wie die Deutsche Apothekerzeitung (DAZ) am 17. März 2017 berichtete, beendet das jüngst beschlossene Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) die Praxis exklusiver Verträge der Krankenkassen mit pharmazeutischen Herstellern ("Rabattverträge").

Das AMVSG wird voraussichtlich im April im Bundesgesetzesblatt verkündet und tritt damit sofort in Kraft. Dann könnten neben den rabattierten Impfstoffen auch alle anderen Impfstoffe über die Kassen abgerechnet werden. Laufende Verträge dürften nicht verlängert werden, auch wenn sie eine solche Option vorsähen. Allerdings gebe es wohl Verträge, die noch bis zur Saison 2018/2019 laufen, in Niedersachsen sogar bis 2019/2020.

Das Bundesgesundheitsministerium stellte laut DAZ klar: Die Kassen müssen die verordneten Impfstoffe erstatten, soweit die Leistung im Rahmen der Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses erfolgt. Das Ministerium gehe davon aus, dass die Krankenkassen sich weiterhin dafür einsetzen werden, dass rabattierte Impfstoffe zur Anwendung kommen. Wie dies allerdings genau geschehen könnte, bleibe offen. (HTR)

Weiterführende Links:
http://impfbrief.de/index.php?nav=30&uunav=901

Kommentar

Ein großer Kritikpunkt an Rabattverträgen, die Verordnung suboptimaler Impfstoffe, wie z.B. trivalenter Influenzaimpfstoff statt quadrivalenter für Risikogruppen, oder Versorgungsengpässe wenn ein Vertragspartner plötzlich ausfällt, wird damit rückgängig gemacht. (HTR)

Letzte Änderung: 2017-03-21 09:15:56

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30.03.2017

PEI zu Narkolepsie und Autismus

In dem ersten Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des Jahres wertet das Paul-Ehrlich-Institut traditionell die Verdachtsmeldungen auf bleibende Schäden nach Impfungen aus. In der heute erschienenen Ausgabe 1/2017 liegt das besondere Augenmerk auf den Themen Autismus nach Masernimpfung, Narkolepsie nach Impfung mit Pandemrix, FSME-Impfung und HPV-Impfung sowie Darminvagination nach Rotavirusimpfung.

Unter anderem berichtet das Paul-Ehrlich-Institut über eine retrospektive multizentrische gematchte Fall-Kontroll-Studie. Sie hatte zum Ziel, Risikofaktoren für Narkolepsie in Deutschland zu identifizieren. Dazu wurden 103 validierte Fälle von Narkolepsie (Alter Median 18,8 Jahre, Spannweite 6,0–55,1 Jahre) mit 264 populationsbasierten Kontrollen (Alter Median 17,3 Jahre, Spannweite 5,3–55,2 Jahre) gematcht. Es zeigte sich, dass Studienteilnehmer, die gegen die pandemische Influenza A / H1N1 / v geimpft worden waren, gegenüber nicht geimpften Studienteilnehmern ein signifikant um das 4,5fache erhöhtes Risiko hatten, an Narkolepsie zu erkranke. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit den Resultaten anderer europäischer Studien. (HTR)

Weiterführende Links:
http://impfbrief.de/index.php?nav=30&uunav=975
http://impfbrief.de/index.php?nav=30&uunav=976
http://impfbrief.de/index.php?nav=30&uunav=815

Letzte Änderung: 2017-03-30 12:32:06

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21.04.2017

Masernschutz in meinem Landkreis

"Wie viele Menschen in meinem Landkreis sind gegen Masern geimpft?" Diese Frage stellt sich spätestens, wenn in einem Kindergarten oder einer Schule ein Masernfall aufgetreten ist. Denn danach entscheidet sich, wie groß das Risiko für Folgefälle in der eigenen Umgebung ist. Jetzt sind die Impfquoten in verschiedenen Altersgruppen online einsehbar.

Die interaktive "VacMap" des Robert Koch-Instituts zeigt für Kinder ab Jahrgang 2004 bis - derzeit - Jahrgang 2013 für jedes Bundesland und jeden Landkreis die Impfquoten mit einer oder zwei Masernimpfungen im Alter von 15 Monaten bis 6 Jahren. Für die ersten Jahrgänge bis 2007 lagen noch nicht aus allen Bundesländer Daten vor. Am wichtigsten sind jedoch die aktuellen Impfquoten mit zwei Impfdosen im Alter von 24 Monaten.  2015 (d.h. Jahrgang 2013) lagen diese im Bundesdurchschnitt bei nur 73%, Ziel sind 95%.

Der Nationale Aktionsplan zur Elimierung der Masern und Röteln in Deutschland sieht ab 2018 konkrete Impfziele für jeden Landkreis vor: 95% Durchimpfung in 90% der Landkreise. VacMap ermöglicht schon jetzt jedem Bundesbürger, jeder niedergelassenen Arztpraxis und jedem Gesundheitsamt dieses Impfziel unmittelbar zu prüfen.

VacMap nutzt als Datengrundlage die KV-Impfsurveillance. Die KV-Impfsurveillance wird vom Robert Koch-Institut koordiniert und gemeinschaftlich mit allen Kassenärztlichen Vereinigungen durchgeführt. In der KV-Impfsurveillance wird der Impfstatus aus ambulanten Abrechnungsdaten der gesetzlich Krankenversicherten ermittelt. (HTR)

Kommentar

Visuelle Medien sind sehr wertvolle Argumentationshilfen im Impfwesen. Je näher etwas der eigenen Haustür kommt, umso größer die Chance, das eigenes Handeln in Gang gesetzt wird. Das Ranking der Bundesländer nach Impfquoten könnte alle Beteiligten zusätzlich motivieren.

Wünschenswert wäre natürlich, dass die Frage nach dem Impfstatus schon gestellt würde, bevor es konkreten Anlass dazu gibt - und zwar die nach dem eigenen Impfschutz zuerst. (HTR)

Letzte Änderung: 2017-04-21 10:55:48

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22.04.2017

Aufklärungsmaterial zur Europäischen Impfwoche 2017 – Impfungen wirken

Aus Anlass der Europäischen Impfwoche (24. -30. April 2017) haben wir für Sie eine Liste neuer und bewährte Materialien zur Impfaufklärung zusammengestellt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schaltet in dieser Woche bundesweit den Kinospot zur Masern-Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass". Er kann unter www.impfen-info.de online eingesehen werden. Außerdem hat die BZgA zwei neue Erklärvideos online gestellt:

  • Der Film „Masern-Impfempfehlung für Kinder“ spricht Eltern von kleinen Kindern mit der Botschaft an, rechtzeitig an die beiden Masern- bzw. MMR-Impfungen im Kindesalter zu denken und verpasste Impfungen möglichst bald nachzuholen. 

  • Der Film „Masern-Impfempfehlung für Erwachsene“ wendet sich an nach 1970 Geborene, um über die Masern-Impfempfehlung für Erwachsene zu informieren und zu einem Impfcheck zu motivieren.

  • Der Basisvortrag „Impfen schützt“ richtet sich an Multiplikatoren in Schule, Kindergarten, Volkshochschule, Elternkursen etc. er wurde gemeinsam von der BZgA, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), dem Paul-Ehrlich Institut (PEI) sowie dem Robert-Koch-Institut (RKI) gemeinsam entwickelt. Ziel des Vortrages ist, die Bevölkerung zum Thema Impfen zu informieren und mit ihr verstärkt ins Gespräch zu kommen.

  • Über das neue Merkblatt mit einfachen Tipps zum stress- und schmerzarmen Impfen, die auf den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ständigen Impfkommission (STIKO) basieren, hatten wir bereits berichtet (Impfbrief 6. April 2017)

  • Umfangreiches Material z.B. zur Abgabe an Patienten rund um Impfungen kann außerdem der Mediendatenbank entnommen werden (www.impfen-info.de/mediathek/mediendatenbank/)

  • Bereits rund 10.000 Nutzer hat die im vergangenen Jahr herausgegebene„STIKO-App“, deren Herzstück ist der interaktive Impfcheck: Nach Eingabe von Alter, Geschlecht und Impfhistorie des Patienten wird dessen Impfstatus überprüft, noch ausstehende Impfungen identifiziert und Empfehlungen zum Schließen bestehender Impflücken gegeben. Außerdem enthalten sind die Fachinformationen aller Impfstoffe, Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Impfungen sowie die RKI-Ratgeber für Ärzte zu impfpräventablen Erkrankungen sowie eine News-Feed-Funktion.

  • Die interaktive "VacMap" des Robert Koch-Instituts zeigt für Kinder ab Jahrgang 2004 bis - derzeit - Jahrgang 2013 für jedes Bundesland und jeden Landkreis die Impfquoten mit einer oder zwei Masernimpfungen im Alter von 15 Monaten bis 6 Jahren.

  • Eine Übersicht zu fremdsprachigem Material für Asylbewerber und Ärzte hatten für Sie im Oktober 2015 zusammengestellt.

  • Ein Check zu eventuell fehlenden Impfungen für junge Eltern kann z.B. bei der Schuleingangsuntersuchung, bei Impfberatungen vor Aufnahme eines Kindes in eine Kinderbetreuungseinrichtung oder in ähnlichen Situationen, wie z. B. bei den Vorsorge-Untersuchungen bei Kinderärzten, an die eigene Situation angepasst und routinemäßig eingesetzt werden: https://zenodo.org/record/18522

  • Die US-amerikanische Immunization Action Coalition hat einen Fragebogen zu Kontraindikationen entwickelt, der Impfärzte unterstützt. Der Impfbrief hat ihn für Sie übersetzt und aus den STIKO-Empfehlungen und den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin ergänzt: Impfbrief Juni 2016

(HTR)

Letzte Änderung: 2017-04-22 17:55:09